In der Volkshochschule Frankfurt (Oder) und die Gedenkstätte “Opfer politischer Gewaltherrschaft” (2024)
Die Ausstellung “Lebenslänglich Heimkind“ durch Unterstützung mit finanziellen Mitteln der Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg und durch Eigenleistungen des FdMk e.V. bzw. handwerklicher Unterstützung von Mitarbeitern der Stadt Frankfurt (Oder) durch die Ausstellungsgestalter erfolgreich umgebaut und so den Besuchern an einem weiteren Ort im Land Brandenburg zugänglich gemacht werden.
Die Ausstellung war so vom 01.04.2024 bis zum 12.02.2025
wechselnd in der Volkshochschule Frankfurt (Oder) und der Gedenkstätte
“Opfer politischer Gewaltherrschaft” zu besichtigen.
Am 31.05.2024 fand eine öffentliche Auftaktveranstaltung als Ausstellungseröffnung mit Fachreferenten, ehemaligen Heimkindern und Medienpädagogen zur Thematik der Kinderheime in der DDR in der Volkshochschule Frankfurt/Oder statt.
Diese mehrstündige Veranstaltung wurde von der einheimischen Bevölkerung mit großem Interesse aufgenommen.
Eine intensive Diskussion um Gedenken und Bewahren der Erinnerung der Erlebnisse der Heimkinder schloss sich an die Vorträge an.
Die Ausstellung „Lebenslänglich Heimkind“ war auch am Ausstellungsort Frankfurt
(Oder) ein wichtiger Erinnerungs- und Gedenkort, der den Geschädigten und Betroffenen dazu diente dem erlittenen Unrecht gegenüber treten zu können und persönliche Erlebnisse aufzuarbeiten. Es wurde ein neuer Ort der regionalen, öffentlichen Wahrnehmung für das Thema geschaffen.
Begleitend fand am 31. Mai in der VHS Frankfurt (Oder) ein öffentlicher Workshop zur
offiziellen Ausstellungseröffnung statt, der unter dem Motto der nicht aufgearbeiteten Traumatisierung ehemaliger Heimkinder stand und somit das Ausstellungsthema erweiterte.
Ausstellung „Lebenslänglich Heimkind“
-Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit
am Beispiel des Kinderdurchgangsheims in Bad Freienwalde-
In der DDR wurde es offiziell als “Durchgangsheim” bezeichnet, in Wirklichkeit war es ein Gefängnis.
Ein Kindergefängnis, wie es die ehemaligen Insassen nennen. Kinder und Jugendliche wurden im
brandenburgischen Bad Freienwalde unter unzumutbaren Bedingungen eingesperrt und
misshandelt.
In den Heimen und Jugendwerkhöfen wurde auf Kollektiverziehung gesetzt.
Den betroffenen Jugendlichen wurde eine weitergehende Bildung versagt.
In der Regel endete die Schule in den Heimen und Jugendwerkhöfen mit der 8. Klasse.
Bildung für Gegner des Sozialismus wäre kontraproduktiv für den sich allerorts bedroht fühlenden Staat gewesen.
Neben einen allgemeinen, informativen Teil zur Kindererziehung in der DDR, basiert die Ausstellung auf den
berührenden, persönlichen Erinnerungen ehemaliger Heiminsassen, welche multimedial aufgearbeitet und
dargestellt wurden.
Sie soll ein Erinnerungs- und Gedenkort sein, der einerseits den Geschädigten und Betroffenen dazu
dient dem erlittenen Unrecht gegenüber treten zu können und persönliche Erlebnisse aufzuarbeiten.
Aus persönlichen Gesprächen wissen wir, wie wichtig dies den oftmals bis heute psychisch
Geschädigten dieser Aspekt ist.
Die Ausstellung gibt Auskunft über die Fragwürdigkeit und Brutalität eines Systems, das Abweichungen von der Norm mit nichts Anderen als Freiheitsentzug und Maßregelung zu begegnen wusste.












