„… between the countries …“

Verstehe die Anderen, dann verstehst Du Dich

Asylbewerberheime sind Unterkunft für Menschen unterschiedlichster Länder, Nationen und Religionen. Unter ihnen Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter. Durch Verständigungsschwierigkeiten, mangelnde Kontakte und fehlende Deutschkenntnisse haben es die jungen Menschen sehr schwer, in der neuen Umgebung anzukommen. Aus ihren sozialen Strukturen gerissen, teilweise durch das Erleben in ihren Heimatländern traumatisiert, haben sie große Schwierigkeiten sich den neuen Erfordernissen anzupassen. Sie brauchen dringend Kontakt zu gleichaltrigen Jugendlichen aus den Städten ihrer Unterbringung, müssen sich austauschen und ihre Erfahrungen einbringen.
Die ausländischen Jugendlichen müssen integriert, ihre Ansichten zu ihrem jetzigen Leben in einer fremden Umgebung sichtbar gemacht und diskutiert werden.
WWährend unserer Medienarbeit mit Schülern und Schülerinnen aus Wolgast zur Herstellung der Dokumentation „Gesichter einer Stadt“ (2012) über die Schwierigkeiten der Einrichtung des Asylbewerberheimes in Wolgast, haben wir schnell bemerkt: dieses Projekt muss weitergeführt werden. Während der Präsentation unseres Films wurden wir durch die Bürgerschaft der Stadt Wolgast, vertreten durch den Bürgermeister Stefan Weigler und seine Ausländerbeauftragte Elke Quandt, darin bestärkt. Die ausländischen Jugendlichen müssen integriert, ihre Ansichten zu ihrem jetzigen Leben in einer fremden Umgebung sichtbar gemacht und diskutiert werden. Aus diesem Ansatz heraus haben wir ein Konzept erarbeitet, welches über einen Zeitraum von 2 Jahren eine regelmäßige Arbeitsweise garantiert und die Jugendlichen an ihren sozialen Brennpunkten abholt.

Der Projektstart in den Städten Rostock, Bad Doberan, Wolgast und Greifswald erfolgte im Frühjahr 2014.

Video: „Gesichter einer Stadt“ – Wolgast 2012

 

Über einen Zeitraum von 2 Jahren wird ein lokales Netzwerk in den Städten Rostock, Greifswald, Bad Doberan und Wolgast geschaffen, welches unter Federführung des Vereins für demokratische Medienkultur e.V. gemeinsame mediengestützte Projekte für den Austausch von Kindern und Jugendlichen von Asylbewerbern mit den Jugendlichen vor Ort anbietet und durchführt.

Im Zentrum der Aktivitäten steht jeweils der Aufbau einer integrativen Mediengruppe, welche im Stadtbild sichtbar agiert und die regionalen Besonderheiten der Orte dokumentiert, Veranstaltungen organisiert, sich einmischt, aufklärt und Initiativen anschiebt, auch provoziert. Diese Basisgruppe soll langfristig selbstständig agieren und der Ausgangspunkt integrativer Medienstützpunkte sein, die gemeinsam mit den Kooperationspartnern vor Ort ein fester Anlaufpunkt für die einheimischen und ausländischen Jugendlichen werden.

Unser erstes Etappenziel ist es, neben der vorbereitenden Heranführung und Einweisung in digitale Produktionstechniken, mit den Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern Filme über das Leben und die Biografien der gleichaltrigen Kinder aus den fernen Ländern zu drehen und somit Vorurteile gegenüber dem Fremden abzubauen und Integration erlebbar zu machen.